Bewertung: Todeszug nach Yuma
23. Juli 2008 – 23:14Inhaltsangabe
Dan Evans (Christian Bale), ein Bürgerkriegsinvalider Farmer, wird Zeuge wie der Outlaw Ben Wades (Russell Crowe) mit seiner Bande eine Postkutsche überfällt und nur den Kopfgeldjäger Byron McElroy als einzigen Überlebenden zurücklässt. Nachdem Evans den verletzten McElroy in die Stadt Bisbee gebracht hat, wird dort Ben Wades verhaftet und soll zur Bahnstation nach Contention überführt werden. Dort fährt einmal täglich ein Zug um 3 Uhr 10 ab. Der in finanziellen Schwierigkeiten steckende Evans übernimmt diese Aufgabe mit einer Handvoll Männer für 200$. Doch die Bande von Wades lässt nichts unversucht um ihren Anführer zu befreien und der Shootout ist nahezu gewiss.
Kritik
An sich bin ich niemand der häufig Western schaut, aber als ich gesehen habe, dass mit Russell Crowe und Christian Bale zwei hervorragende Schauspieler vertreten sind, war die Neugierde dann doch zu groß ![]()
Christian Bale spielt den Bürgerkriegsinvaliden Dan Evans, der durch eine Beinamputation gehandicapt ist und sich und seine Familie nur mühsam über Wasser hält. Er steckt in finanziellen Schwierigkeiten und glaubt, dass seine beiden Söhne und seine Frau ihn für einen Versager halten. Aus diesen Gründen nimmt er den Auftrag an, mit weiteren Männern Ben Wades zur Bahnstation nach Contention zu eskortieren - gegen 200$. Unter diesen Männern ist ebenfalls der 14jährige Sohn von Evans, der dem Trupp gegen den Willen seines Vaters gefolgt ist und diesen nicht wirklich respektiert. Dafür hegt er Sympathien für Ben Wades, der von Rusell Crowe gespielt wird. Wades ist ein Mörder, der räubernd durch die Gegend zieht und weit bekannt sowie gefürchtet ist. Also an sich das perfekte Abbild des Bösen. Allerdings hat er Manieren, ist intelligent und wirkt irgendwie charismatisch. Das ganze wird perfekt von Russell Crowe transportiert und man hat somit nicht mehr den Bösen. Kein Weiß und kein Schwarz, sondern eher Weiß und eine Grauschattierung. Mittendrin der Sohn von Evans, der eben diesen Bades Wades in irgendeiner Art faszinierend findet und man fragt sich, zu welcher Seite er sich mehr hingezogen fühlt, zur Guten seines Vaters oder zur Bösen von Ben Wades.
Alle drei Schauspieler spielen diese Rollen hervorragend, ebenso wie Ben Foster, welcher den Wades-Komplizen Charlie Prince spielt. Er spielt diesen Charakter, der kaltblütig, unberechenbar und psychopathisch ist, mindestens auf dem Niveau von Crowe und Bale und ist für mich der eigentliche Schauspielstar in diesem Film.
Untermalt wird diese ganze Story mit der üblichen Westernlandschaft und -musik, was nicht negativ gemeint ist, denn das Ganze ergibt ein sehr gutes Gesamtbild. Insbesondere die Musik passt wunderbar. Vor allem sollte man in der Endszene auf die Musik achten, ein nettes Detail welches dort eingebaut wurde. Apropos Ende, dieses wird einige wahrscheinlich enttäuschen, zumindest kann man dies einigen Forenbeiträgen in diversen Filmforen entnehmen. Mich persönlich hat das Ende nicht gestört.
Insgesamt also ein klasse Film von James Mangold mit einer sehr guten Schauspielleistung der Hauptdarsteller, den man sich auch als Nicht-Western-Fan ohne Bedenken anschauen kann.
Bewertung: 8/10
Originaltitel: 3:10 to Yuma
Spielfilmlänge: 118 Minuten
Erscheinungsjahr: 2007
Screenshots aus “Todeszug nach Yuma”: © Relativity Media, Tree Line Films






