Bewertung: Brotherhood
7. Mai 2008 – 14:08Inhaltsangabe
Brotherhood erzählt die Geschichte der Brüder Jin-tae Lee und Jin-seok Lee, die im Koreakrieg auf Seiten der Südkoreaner kämpfen. Beide werden von Seiten der Regierung eingezogen und somit aus dem Familienleben gerissen. An der Front versucht der ältere Bruder, Jin-tae Lee, seinen kleinen Bruder vor den Gefahren fernzuhalten und nimmt stattdessen selbst an gefährlichen Einsätzen teil. Dadurch verspricht er sich die Schonung seines jüngeren Bruders, der wieder zur Familie zurückkehren soll. Doch Jin-tae verändert sich durch diese Einsätze merklich und erntet nur Verachtung von Jin-seok.
Kritik
Mit Brotherhood hat Je-gyu Kang einen koreanischen Kriegsfilm geschaffen, der von der Qualität an Hollywood-Produktionen heranreicht. Er versteht es innerhalb von kürzester Zeit, einem die beiden Hauptcharaktere Jin-tae Lee (Dong-Kun Jang) und Jin-seok Lee (Bin Won) näher zu bringen und die widrigen Lebensumstände, die in den 50ern in Südkorea geherrscht haben, auf die beiden und ihre Familie zu projizieren.
Während der ältere Bruder Jin-tae nach dem Tod des Vaters die Versorgerrolle einnehmen musste und seinem kleineren Bruder somit die Schulbildung ermöglicht, die ihm verwehrt blieb, folgt der Einberufungsbefehl für den Krieg gegen den kapitalistischen Norden. An der Front versucht Jin-tae durch riskante Einsätze das Leben seines Bruders zu beschützen und verändert sich psychisch merklich.
Die Gefechte während des Films erinnern von der Machart und Kameraperspektive an Filme wie „Der Soldat James Ryan“. Zum Beispiel besitzt das Bild eine geringe Farbsättigung und die Aufnahmen sind (bewusst) verwackelt. Als einziger Kritikpunkt an der Umsetzung sind hier die Flugzeuge zu nennen, denen man das geringe Budget von 15 Mio. US-Dollar ansieht. Allerdings sollte man darüber hinwegsehen, wenn man bedenkt, mit welchem Budget Hollywood-Produktionen ausgestattet sind. Trotz einer FSK-16-Freigabe geizt der Film nicht mit brutalen Szenen. So sieht man offene Bauchwunden, abgetrennte Gliedmaßen sowie Kopfschüsse aus nächster Nähe, weshalb eine FSK-18-Freigabe wie bei „Wir waren Helden“ ebenso denkbar gewesen wäre.
Positiv hervorzuheben ist die Darstellung beider Kriegsparteien. Obwohl der Film aus der Sichtweise der Südkoreanischen Soldaten gedreht wurde, ist es nicht so, dass sie als „Saubermänner“ das Schlachtfeld verlassen, sondern ebenso wie die Nordkoreaner Gräueltaten begehen.
Der Film webt die Familiären Angelegenheiten während des Krieges geschickt in den Plot mit ein, um so immer wieder Wendungen hervorzurufen. Dabei wirken diese aber geschickt und gekonnt eingebracht und somit nicht störend oder hanebüchen.
Bewertung: 8/10
Originaltitel: Taegukgi hwinalrimyeo
Spielfilmlänge: 142 Minuten
Erscheinungsjahr: 2004
Screenshots aus “Brotherhood”: © Kang Je-Kyu Film Co. Ltd.







One Response to “Bewertung: Brotherhood”
Ich habe den Film in der SChule gesehen, und finde ihn erfrischend anders. Vorallem im Bezug auf US Produktionen, die immer zu patriotisch und überladen wirken. Fast wie Propaganda…
So ein Film fehlt mir über den Vietnamkrieg…
By Billigflüge on Jan 12, 2009